Aufstockung und Sanierung Alterswohnzentrum Ruswil

visualisierung 


Ruswil: Informationsveranstaltung Alterswohnzentrum

Ausbau und Sanierung werden konkret

Am Montagabend erläuterten Leitung und Verwaltungsrat des Alterswohnzentrums (AWZ) Schlossmatte den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie deren Angehörigen den Ablauf der bevorstehenden Sanierungs- und Ausbauarbeiten. Baustart ist für Juni 2019 vorgesehen. 
Über 120 Personen folgten im voll besetzten Restaurant Zytlos den Ausführungen der Verantwortlichen des AWZ und der Architekturfirma Jäger Egli AG, Emmenbrücke. Stefan Christen präsentierte einen Überblick über den aktuellen Stand der Planung. Ein besonderes Augenmerk warf er dabei auf die Neugestaltung des Lichthofs im Ostflügel, der eine Glasüberdachung erhält und künftig als Treffpunkt des AWZ dient. Amir Hotic, ebenfalls leitender Mitarbeiter von Jäger Egli AG, orientierte über den zeitlichen Ablauf der Umbauarbeiten. Dass es sich bei der geplanten Sanierung/Erweiterung nicht um ein Routineprojekt handelt, zeigte sich an den vielen Fragen, die aus dem Publikum gestellt wurden. Durch den Abend führte Gemeinderat und Verwaltungsrat AWZ, Eugen Amstutz.

Text und Interview: Dieter Hodel

Umplatzierung erfordert generalstabsmässige Planung
Grosse Herausforderungen stellen die Umplatzierungen von jeweils 30 Bewohnerinnen und Bewohnern in das neue  Mehrfamilienhaus an der Rebstockstrasse 6 dar. Am 6. Mai 2019 ist erster Zügeltermin für allgemeines Mobiliar, Büros, Lager und vieles mehr. An den zwei Folgetagen werden jeweils 15 Bewohnerinnen und Bewohner an die Rebstockstrasse disloziert. Das Personal des AWZ wird ab diesem Zeitpunkt in ein «Team AWZ» und ein «Team Rebstock» aufgeteilt. Wie Irene Wolfisberg Lütolf, Mitglied des Verwaltungsrats informierte, werden Mittag- und Abendessen von der Schlossmatte geliefert. Es steht ein Gemeinschaftsraum zur Verfügung, am Nachmittag wird Kaffee serviert und Besucherinnen und Besucher sind auch hier herzlich willkommen. Wie eine Kurzumfrage unter direkt betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern ergab, sehen diese dem Umzug zuversichtlich entgegen. (siehe dazu auch die Rubrik «Nachgefragt»). Nach Abschluss der Bauarbeiten im AWZ, also ab 2022, werden die Wohnungen von der Besitzerin der Liegenschaft Rebstockstrasse 6, der Ruswiler Baugenossenschaft für Sozialen Wohnungsbau Schönblick, als betreute Alterswohnungen vermietet, dies in unmittelbarer Nähe zur Spitex, welche künftig ihre Dienste im gleichen Gebäude anbieten wird. 

Abkehr von ursprünglicher Planung
Anfänglich war vorgesehen, die drei Phasen der Sanierungs- und Ausbauarbeiten stockwerkweise anzugehen. Detaillierte Abklärungen haben ergeben, dass sich dadurch die Bauzeit auf unvertretbare 40 Monate ausgedehnt und die geplante Bauzeit nicht hätte eingehalten werden können. Neu ist vorgesehen, in der Phase eins den Ostteil und in der Phase zwei den übrigen Teil des den Lichthof umgebenden Baukörpers sowie die Aufstockung zu realisieren. In der dritten Phase wird der gesamte Westtrakt saniert, die Dachterrasse erweitert und der Innenhof ausgebaut. Ebenfalls werden die Umgebungsarbeiten in der Phase drei abgeschlossen. Durch die Umorganisation wird der Baubereich kompakter und die Trennung von Bau- und Wohnbereich vereinfacht sich, was sich letztlich positiv auf die Bauzeit auswirkt.

Rückzug in die Oase Murgasse
Während der Bauarbeiten sind auch Umzüge der im AWZ verbleibenden Bewohnerinnen und Bewohner unumgänglich. Zudem sind Immissionen vorhersehbar. Um diesen ausweichen zu können, wurden im ehemaligen Elektrogeschäft Stirnimann Räume zugemietet, die vom AWZ aus zu Fuss erreichbar sind.  Gemäss den Ausführungen der Heimleiterin, Cornelia Fischer, bietet sich damit ein idealer Rückzugsort an.

AWZ erfüllt Forderungen stationäre Altersbetreuung
Der Aufbau des zusätzlichen Geschosses auf dem Ostflügel des AWZ bildet das Kernelement der Erweiterung. Damit werden 11 Plätze für Personen mit Demenz geschaffen. Daran anschliessend wird im Westteil ein gesicherter und teilüberdeckter Aufenthaltsraum in Form eines attraktiven Dachgartens geschaffen, in dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner frei bewegen können. Der Aufbau erhält damit den Charakter einer Attika-Wohnung.  Die Bauarbeiten sollen gemäss Planung 2021 abgeschlossen sein.

Projekt wird von der Bevölkerung mitgetragen
Mit einem Ja-Stimmenanteil von annähernd 90 Prozent beschlossen die Stimmberechtigten an der Gemeindeabstimmung vom 29. April 2018 in seltener Einmütigkeit einen Investitionskredit von 14.45 Millionen Franken für die Aufstockung und Sanierung. Da das AWZ seit mehreren Jahren ein selbstständiges, öffentlich-rechtliches Institut ist, wirken sich die Kosten nicht direkt auf die Rechnung der Einwohnergemeinde aus. Allerdings müssen die Aufenthaltstaxen erhöht werden. Selbst mit dem höheren Tagessatz ist das AWZ immer noch im Mittelfeld vergleichbarer Heime. Keine Änderung erfährt der bei den Bewohnerinnen und Bewohnern erhobene Selbstbehalt auf die Aufenthaltstaxe. Von den Gesamtkosten entfallen zwei Drittel auf die Sanierung und ein Drittel auf die Aufstockung des Gebäudes. Dazu kommen Investitionen von 300000 Franken und höhere Betriebskosten von einer knappen Million Franken für die zwischenzeitliche Auslagerung der jeweils 30 Betten ins Mehrfamilienhaus Rebstockstrasse 6. 

Stirnimann MariaNachgefragt bei Maria Stirnimann        

Maria Stirnimann, Bewohnerin des ersten Stocks im AWZ weiss seit einer Woche, dass sie, zusammen mit 30 anderen Bewohnerinnen und Bewohnern, ins Haus Rebstockstrasse 6 umziehen wird. Ursprünglich war vorgesehen, dass nur die Personen aus dem dritten Stock umplatziert werden.

Sie werden ihre gewohnte Umgebung hier im AWZ für zwei Jahre verlassen müssen, beunruhigt Sie das?
Es wird für mich sicher eine Umstellung sein. Allerdings habe ich mich auch im AWZ schnell eingelebt, als ich im Oktober vor zwei Jahren hier eingezogen bin.

Werden Sie am neuen Wohnort etwas vermissen?
Kaum. Ich habe auch dort die Möglichkeit, meinen Lieblingsbeschäftigungen, dem Handarbeiten, nachzugehen. 

Sind Sie gespannt, wie das AWZ nach dem Umbau aussehen wird? 
Ja, sehr. Ich habe mir auch vorgenommen, dem AWZ hin und wieder einen Besuch abzustatten um zu schauen, wie es mit dem Umbau läuft. Ich habe grosses Vertrauen ins Personal und die Leitung. 

Download Präsentation (80MB)  PDF